Teil 2: FRIDAYS FOR…WHAT?

Mrz 31, 2021 | TITELTHEMA

UND DANN UMSO LAUTER

Freitag für Freitag sowie bei zahlreichen anderen Demonstrationen standen die Aktivisten und Aktivistinnen von „Fridays for Future“ für ihre Ziele ein – immer friedlich, meistens laut, oft störend. Seit nunmehr einem Jahr ist die Bewegung dieser ihrer stärksten Waffe, der öffentlichen Präsenz, beraubt. Wie sich das anfühlt, erzählt Matilda Tomlin (16), Schülerin der 11. Klasse des Musischen Gymnasiums Schwabach und Aktivistin der FFF-Ortsgruppe Nürnberg.

Text: Katharina Wasmeier

„Der März 2020 war krass: Wir hatten eine große Demo geplant, die wir dann absagen mussten. Wir haben sie zwar nach online verlegt, aber das war nicht das Gleiche und sehr frustrierend. Seitdem haben wir uns durchgeschlagen und uns Alternativen im Rahmen der Möglichkeiten überlegt. Ende September gab es eine
Laufdemo mit 2000, Mitte November dann eine Fahrraddemo mit 500 Teilnehmern – was toll war, denn zum einen haben wir uns eine Route über den Frankenschnellweg erkämpft, gegen dessen Ausbau wir ja demonstrieren, zum anderen gibt uns die Fahrraddemo eine neue gute Präsenzmöglichkeit, die wir durch die Abstandsregeln und Masken auf den normalen Demos nicht mehr haben konnten. Aktuell geht natürlich fast nichts, es sind nur Kundgebungen erlaubt – an einem Ort für eine Stunde. Wir haben viele Aktionen online gemacht, auch Meilensteine vor dem Nürnberger Rathaus platziert, aber das ist nicht das Gleiche, übt nicht diesen Druck aus durch Präsenz in der Öffentlichkeit. Einzig das Klimacamp ist immer da und stört im besten Fall auch immer. Klar, wir sind unserer stärksten Waffe derzeit beraubt, aber deswegen noch lange nicht untätig. Wir haben die Zeit des Lockdowns genutzt, um zu reflektieren, zu diskutieren und Strategien aufzustellen für die Zeit, in der wir zeigen können, dass wir noch da sind. Wir sammeln unsere Kräfte, bis wir wieder raus dürfen – und sind dann umso lauter.“

 

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