Plastik? Nein danke!

Mrz 31, 2021 | LEBENSRAUM

Für viele Familien ist es unvorstellbar, Lego und Co. aus dem Kinderzimmer zu verbannen. Doch wie wäre es, beim nächsten Kauf fürs Kind den Blick auf plastikfreie Alternativen zu richten?

Text: Kerstin Smirr

 

Natur pur für zarte Haut

Von der Haarbürste bis zur Duschgel-Flasche: Im Badezimmer einer Familie findet sich viel Plastik. Umweltfreundliche Alternativen gibt es heute nicht mehr nur in Bioläden. Selbst Drogerieketten führen inzwischen Zahnbürsten und Wattestäbchen aus Bambus. Wer zum festen Stück Seife greift, tut der Natur ebenfalls Gutes. Schließlich besteht Flüssigseife zu einem großen Teil aus Wasser, das in Plastikverpackungen über lange Strecken zum Verbraucher transportiert wird. Für die empfindliche Baby- und Kinderhaut sind Naturseifen zu empfehlen. Sie kommen ohne synthetische Duftstoffe und Konservierungsmittel aus. Eltern sollten darauf achten, dass die Seifen keine oder nur eine geringe Konzentration an ätherischen Ölen aufweisen, da Kinderhaut besonders sensibel ist und allergisch auf das Öl reagieren kann.          

Die Nürnberger Seifenmanufaktur Haused Wolf bietet von vielen ihrer Seifen duftneutrale Varianten an. Die allergenfreie Körperseife „Maple Soap“ besteht zu 80 Prozent aus Olivenöl und ist selbst für Babys geeignet. Preis: 8,90 Euro. Credit: Haused Wolf

 

 

Glas statt Plastik – schon von klein auf

Mit der Aufschrift „BPA-frei“ kennzeichnen heute viele Hersteller ihre Babyflaschen. Tatsächlich ist Bisphenol A in der Europäischen Union in Trinkgefäßen und Flaschen aus Polycarbonat für Säuglinge und Kleinkinder verboten. Schließlich kann sich die Substanz aus dem Kunststoff lösen und anschließend über die Milch in den Körper gelangen. Bisphenol A steht im Verdacht, dass es in den Hormonspiegel eingreift. So sind heute viele Babyflaschen aus Polypropylen gefertigt, in dem BPA nicht enthalten ist. Allerdings zeigten erste Studien, dass aus diesem Material andere Substanzen freigesetzt werden, erklärt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Doch deren toxikologische Eigenschaften seien noch nicht so gut erforscht wie bei BPA. Daher rät es: Wenn Eltern auf Nummer sicher gehen wollen, sollten sie zu Glasflaschen greifen.

Glasflaschen können kleine Kinder nicht so leicht selbst halten und die Bruchgefahr ist größer. Dem wirkt der US-Hersteller Lifefactory mit einem Silikonmantel seiner Glasflaschen entgegen. Für Babys sind sie in zwei Größen erhältlich: 120 und 250 ml. Preis: 18,99 bzw. 21,99 Euro. Credit: Lifefactory

 

 

 

Porzellan? Aber natürlich!

Teller aus Plastik sind fast unzerstörbar – ein Vorteil am Essenstisch. Bambusgeschirr wirkt aufgrund seines Namens als natürliche Alternative. Allerdings besteht es nicht nur aus dem nachwachsenden Rohstoff, sondern auch aus Kunststoffen wie Melamin – und ist deshalb in die Kritik geraten. Bei hohen Temperaturen und beim Kontakt mit säurehaltigen Lebensmitteln können sich aus melaminhaltigem Geschirr Schadstoffe lösen und in die Nahrung übergehen. Darauf weist das BfR hin. Melaminhaltiges Geschirr gehöre daher nicht in die Mikrowelle. Das Bundesinstitut schätzt es allerdings als unbedenklich ein, es für kalte oder lauwarme Getränke und Speisen zu verwenden. Alternativ bleibt Porzellan. Es geht zwar leichter zu Bruch, aber schon Maria Montessori riet, Kindern „echtes“ Geschirr anzubieten. Schließlich lernten sie unter der Anleitung von Erwachsenen, vorsichtig damit umzugehen

Gänse und Schäfchen zieren das Kinderporzellan „Tiny Farmer“ von Lässig. Auf der Unterseite von Teller, Schale und Tasse befindet sich ein Silikonring, damit das Geschirr auf dem Tisch nicht verrutscht. Preis des dreiteiligen Sets: 29,95 Euro (Teile auch einzeln erhältlich). Credit: Lässig

 

Jenseits von Lego

Es ist robust, langlebig und aus natürlichem Material: Holzspielzeug. Wer kennt sie nicht, die Klassiker wie Bausteine, Eisenbahnen und Stecktürme, die nie aus der Mode kommen. Wer gezielt auf Plastik verzichten möchte, findet zu vielen typischen Kunststoffspielzeugen alternative Modelle aus Holz – von der Werkbank bis zum Rutschauto. Wem eine nachhaltige Forstwirtschaft am Herzen liegt, der sollte auf das FSC-Siegel achten. Selbst fürs Spielzeug in Badewanne und Sandkasten gibt es Alternativen. Etwa Metalleimer und -schaufeln oder Boote und Förmchen, die immerhin aus recyceltem Plastik gefertigt sind.

Bausteine von Tegu haben eine Besonderheit: An den Enden haften sie aneinander beziehungsweise stoßen sich ab. Witzige Kreaturen lassen sich so gestalten. Preis für das 14-teilige Starterset: ab ca. 35 Euro. Credit: Tegu

 

 

Der baden-württembergische Hersteller Nic fertigt seinen „CombiCar“-Hund aus Buchenholz. Allein die Räderummantelung des Rutschfahrzeugs ist aus Kunststoff gefertigt, was den Einsatz im Freien ermöglicht. Preis: 209,58 Euro. Credit: Nic

 

 

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