Aufgeben ist keine Lösung

Mrz 31, 2021 | ADVERTORIAL

„Unser ganzes Streben dient dem Arterhalt“ ist gleichermaßen die Philosophie, die am Schmausenbuck gelebt wird, wie ein Gesetz, an das sich der Tiergarten Nürnberg als Naturschutzeinrichtung zu halten hat. Für Dag Encke, seit 2005 Direktor des 65 Hektar großen Landschaftszoos, bedeutet das vor allem: „Nicht nur appellieren, sondern selber forschen und zeigen, wie es geht.“ 

Text: Katharina Wasmeier 

Aber was hat denn ein Tiergarten genau mit dem Klima zu tun? Die Antwort mag ein bisschen überraschen: Jede Menge. Um nicht zu sagen: alles. Denn Klimaschutz und Biodiversität, also die Artenvielfalt, sind zwei Phänomene, die man nicht isoliert betrachten kann, sondern „immer beides parallel denken“ muss. Wie beeinflusst es das Klima, ein Schuppentier zu essen? Was passiert, wenn manche Arten nicht mehr da und andere schlichtweg in Überzahl vorhanden sind? „Wenn es ein Ungleichgewicht zwischen den Folgen der Klimaveränderung für Tiere und Pflanzen gibt, dann kann eine Intervention, also ein menschliches Eingreifen in die betroffenen Lebensräume, dem Arterhalt dienen, weil beides direkt zusammenhängt, aber faktisch auseinanderdriftet.“ Wie stark die Zusammenhänge überall auf der Welt, wohl aber auch bei uns sind,das erleben die Mitarbeiter des Tiergartens direkt vor der eigenen Zoohaustür – im Wald, „mit dem wir uns stark auseinandersetzen.“ Was wahrscheinlich kaum jemand weiß:

Als Forstbetrieb ist der Tiergarten Nürnberg für rund 200 Hektar städtischen Wald zuständig, denen beispielsweise auch die berühmte Sanddüne am Erlenstegener Tierheim zählt. Pflanzen, Tiere, Menschen – „alle“, sagt Dag Encke,„leiden zunehmend unter Seuchen.“ Ein reiner Schutz, also nur Bewahrung des Bestehenden, reicht da längst nicht mehr aus. Es gilt zu    intervenieren. „Wir haben hier ein freches Ziel: Wir wollen zu hundert Prozent klimaneutral werden“, sagt Dag Encke. Der Tiergarten sei einer der großen Energieverbraucher in der Region mit 800 000 Euro Stromkosten jährlich! „Da macht man sich Gedanken“, gesteht der promovierte Biologe. Und gemeinsam mit den Bayerischen Staatsforsten, den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten von Fürth und Roth, dem Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR) und dem Umweltamt der Stadt als „Baumbündnis“ entwickelten sie nicht nur eine Waldstrategie, sondern ehrgeizige Pläne zur autarken Stromversorgung. Was da bislang noch nur als Pläne auf Schreibtischen und in Köpfen existiert, kann man an anderen Stellen imTiergarten selbst schon sehen: Dem „Blauen Salon“, also der mystisch-schimmernden Unterwasserwelt, steht eine große Photovoltaikanlage zur Seite. Auch am anderen Ende des Geländes wird schon fleißig experimentiert: Eine innovative Firma zur Entwicklung regenerativer Energieerzeuger aus Norddeutschland erprobt eine Erfindung und hat hier, am alten Tapirhaus, eine sogenannte „SunOyster“ installiert. Die dreht sich mit der Sonne und sorgt so für Strom und Heizung. Weil davon auch im „Wüstenhaus“ ziemlich viel gebraucht wird, hat der Tiergarten das alte Gemäuer zum frischen Modellhaus umfunktioniert: Seitdem ist das Passivhaus mit Denkmalschutz zu fast einhundert Prozent CO₂-neutral. Auch vor Ort entdecken kann man Schilder, auf denen der Tiergarten die Zusammenhänge sorgfältig aufbereitet darstellt – Bestandteil der Bildungsarbeit fürnachhaltige Entwicklung für Schulklassen oder in Abendveranstaltungen. „Es gibt unterschiedliche Wege, die man begehen kann“, sagt Tiergarten-Direktor Dag Encke. „Aufgeben ist natürlich keine Lösung.“ Ob der Tiergarten Nürnberg die viele Energie, die beispielsweise am Wasserspielplatz zum Bauen von Staudämmen und Überfluten der Anlage freigesetzt wird, nicht vielleicht für die Stromerzeugung nutzen kann, bleibt indes vorerst ungewiss.

tiergarten.nuernberg.de

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