„Wissenswertes über ÄÄÄÄÄrlangen“

Feb 17, 2021 | LEBENSRAUM

*Foyer des Arts – Wissenswertes über Erlangen (Musikladen), 1982

Spätestens seit der Neuen Deutschen Welle* weiß man, dass Erlanger extrem nette Menschen sind: humorvoll und gastfreundlich, modern und aufgeschlossen, aber trotzdem traditionsfreudig. Kein Wunder, ist es doch wunderschön, das Städtchen mit seiner fast schon weltberühmten Bergkirchweih

Text: Simone Blaß

 

Eigentlich ist Erlangen ja eine Großstadt mit immerhin rund 114.000 Einwohnern. Aber eigentlich eben nur, weil man Anfang der 70er schnell mal die umliegenden Gemeinden mitgezählt hat. Im Kern hat die Stadt nach wie vor das Flair einer eher gemütlichen Kleinstadt. Und wie überall beherrschen auch hier inzwischen immer mehr Billigläden und große Ketten die Fußgängerzone, sind Traditionsgeschäfte ausgestorben und kennen viele zum Einkaufen nur die Arcaden. Abseits davon allerdings, zum Beispiel rund um die Schiffstraße, den Lorleberg- oder den Bohlenplatz, da hat Erlangen immer noch den Charme von früher. Und die vielen kleinen, aber feinen Läden, Restaurants, Bars und Cafés – in der Regel auch sehr elternfreundlich – tun ihr Übriges. 

OB Erlangen Florian Janik

Barocke Planstadt und Medical Valley – die Siemensstadt ist international anerkannter Medizin- und Wissenschaftsstandort, hat seit 1743 eine Universität mit immerhin 40.000 Studenten. Erstmals erwähnt 1002 und von hugenottischen Flüchtlingen stark beeinflusst – wer heute auf dem Trottoir einer der sichersten Städte im Land wandelt, ist umgeben von vergleichsweise geringer Arbeitslosigkeit und relativ hohem privaten Wohlstand. In der kleinsten Großstadt Bayerns können sich die Menschen, davon ist Oberbürgermeister Florian Janik überzeugt, „gut entfalten und Kinder gesund aufwachsen“. Familienfreundlichkeit ist ein wichtiger Standortfaktor heutzutage und, so Janik, „Erlangen kann hier auf eine sehr gute Bilanz verweisen. Viele Erlanger und Erlangerinnen sind mit großem Engagement dabei, und davon profitieren alle Menschen in unserer Stadt.“ 51 Prozent der Frauen und immerhin 15 Prozent der Männer arbeiten in Teilzeit. Zum Vergleich: Deutschlandweit sind es nur 6 Prozent. Reißen alle Stricke, ist die Kita zu oder die Tagesmutter krank, dann hilft die KidsBox der Stadt – ein „mobiles Kinderzimmer“ für den Arbeitsplatz. 

In Erlangen ist vieles noch so ein bisschen heimelig. So wie der kleine Christkindlesmarkt am Marktplatz. In Nicht-Corona-Jahren ist die dortige Eisfläche ein Riesenspaß für Kids und die Glühwein-in-der-Hand-Entspannung schlechthin für Eltern. Im Sommer hat Erlangen fast ein mediterranes Flair – schon allein dank der vielen jungen Leute aus allen möglichen Ländern. Es gibt zwei schöne, teils neu renovierte Schwimmbäder, die zahlreichen Hinterhöfe von Kneipen und Restaurants raunen von lauen, vielleicht auch romantischen Sommerabenden. Ein besonderes Highlight ist der Berg außerhalb der Bergkirchweih, wenn er sozusagen den Erlangern gehört und mit seiner Weitläufigkeit, die zum Toben einlädt, vielen Familien relaxte und schattige Stunden verschafft.   

auch die Youngsters kommen nicht zu kurz. Neben zwei coolen Skateranlagen gibtes die Jugendfarm, die
in der Nähe der Meilwaldbühne schon seit Jahrzehnten stundenweise das Gefühl von Freiheit und Abenteuer versprüht. Hier kann man sich mit Tieren beschäftigen, unter Anleitung Feuer machen, handwerkern und vor allem: unter sein. Boulderhalle, Lasertag undmehr als 10 Jugendclubs – Erlangen ist eine „junge“ Stadt, und das spürt man.

 

Wer ein bisschen Ruhe sucht, der findet fußläufig von der Innenstadt schöne Plätzchen, spannend auch für kleinere Kinder: im Schlossgarten, im angrenzenden Botanischen Garten, aber auch im Aroma- oder im Skulpturengarten auf dem Südhang des Burgbergs. Und lediglich eine Busfahrt entfernt sind das Walderlebniszentrum in Tennenlohe, das auch naturverbundene Kindergeburtstage anbietet, sowie das angrenzende Naturschutzgebiet mit einer (fast) freilebenden Urwildpferdeherde. Das erklärte Natur-Lieblingsziel der Erlanger ein bisschen außerhalb ist der Dechsendorfer Weiher. Hier kann man nicht nur toll spazieren gehen, Boot fahren oder Musik wie „Jazz am See“ genießen, sondern – sofern nicht gerade Blaualgenalarm ist – sogar baden. 

Zahlreiche Museen und Ausstellungen, das Markgrafentheater, übrigens das älteste bespielte Barocktheater Süddeutschlands mit einem überragenden Innenraum, das kleine Theater in der Garage, der Internationale Comicsalon, das Poetenfest, das Figurentheater, das Fifty-Fifty und natürlich das E-Werk mit seinen zahlreichen Konzerten – an Kultur für Groß und Klein mangelt es nicht. Neben klassischen Stadtführungen, bei denen man auch mal in die ausgefallenen Hinterhöfe der alten Erlanger Häuser spitzen kann, gibt es auch einen Nachtwächter für Kinder, der sich auskennt mit Gaunern. Wer die Stadt auf eigene Faust erkunden möchte, kann entweder unter mycityhunt.de eine Erlangen-Tour buchen oder sich direkt per Telefon in den mobilen Stadtführer einwählen, 365 Tage im Jahr 24 Stunden am Tag. Besonders schön für Kinder ist die Tour Magique des Stadtmuseums. Ein liebevoll gestaltetes Comic nimmt junge Stadtentdecker mit an besondere Orte. Gemeinsam mit der 12-jährigen Lisa und dem Zeitreisenden Jacques aus dem Jahr 1693 erkundet man auf eigene Faust ganz spielerisch Geschichtliches, löst Rätsel und erfährt, warum die Orangerie wie eine Frucht heißt und wo das Richter’sche Eck ist. 

Vorsicht ist allerdings geboten, was die Fahrradfahrer angeht. Erlangen gehört laut Allgemeinem Deutschen Fahrradclub zu den fahrradfreundlichsten Städten Deutschlands, und es dürfte kaum einen Erlanger geben, der nicht mindestens ein Fahrrad besitzt. Allerdings beanspruchen viele dieser Radlfahrer auch gewisse Sonderrechte für sich und düsen in allen Richtungen quer durch die Stadt. Am besten passt man sich an, lässt das Auto einfach hinter dem Bahnhof stehen und besorgt sich über Callabike einen Drahtesel. Mit dem lässt sich die Innenstadt mit ihren vielen kleinen Gassen sowieso viel besser erkunden.  

 

Adressen: 

Stadtmuseum Erlangen

Martin-Luther-Platz 9

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre haben freien Eintritt.

Besucherinformationen unter erlangen.de

Die Tour Magique ist an der Kasse des Museums erhältlich und kostet 4 Euro. 

 

Der mobile Stadtführer

Audio-Guide über das Smartphone aufrufen: erlangen.tomis.mobi, die jeweilige Telefonnummer für die Tour eingeben und zum reinen Verbindungspreis loslegen. 

 

Schlossgarten mit Botanischem Garten 

Schlossgarten 1

Eintritt frei

Der Botanische Garten ist montags geschlossen. 

 

Aromagarten

An der Palmsanlage

Eintritt frei

Führungen von Mai bis September

 

Walderlebniszentrum

Weinstraße 100

Telefon: 0911-997152100

Ab März von Montag bis Sonntag geöffnet, 

Eintritt frei

 

Skulpturengarten Heinrich Kirchner

An den Kellern 49

Eintritt frei

Ganzjährig geöffnet bis auf die 10 Tage Bergkirchweih 

 

Röthelheimbad 

Freibad plus Hannah-Stockbauer-Halle mit 50-Meter-Bahnen

Hartmannstraße 121

 

Westbad

Damaschkestraße 129

 

Kulturzentrum E-Werk

Fuchsenwiese 1

e-werk.de

 

Bergkirchweih

  1. bis 31. Mai 2021

 

Skateanlagen 

Donato-Polli-Straße 1

Michael-Vogel-Straße 5

 

Umweltstation Jugendfarm Erlangen 

Spardorfer Straße 82
jugendfarm-er.de

 

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