Durstfrei durch die Sommerhitze

Feb 17, 2021 | LEBENSRAUM

Wer clever pflanzt, muss wenig gießen – und hat trotzdem bunte Beete.

Text Sebastian Plischke

Der Sommer 2018 warf Schatten voraus, die wir in Zukunft laut Meteorologen regelmäßig zu spüren bekommen werden: heiße Sommer. Für unsere Breiten richtig heiße Sommer.

Gartenbesitzer kennen das: Während längerer, warmer Perioden, die zudem auch immer wieder ziemlich trocken ausfielen, stand man jeden fünften bis bisweilen auch zweiten Tag mit dem Schlauch bewaffnet vor seinen Beeten, um Sonnenhut, Rittersporn und Schachbrettblume vor dem Draculatod zu bewahren, nämlich: zu Staub zu zerfallen.

Jetzt muss man sagen, dass es Länder gibt, die schon ein paar hundert Jahre lang trockene, sehr warme Sommer haben. Und in diesen Ländern gibt es auch Pflanzen. Pflanzen, die mit den dortigen klimatischen Bedingungen wunderbar zurechtkommen.

Muss ich jetzt alles, was so schön blüht in meinem Garten, gegen Kakteen und Sukkulenten austauschen? Nein, muss ich nicht. Es gibt vielfältigste Alternativen, von denen drei Beispiele hier stellvertretend vorgestellt werden.

Oft weist bereits der Name auf den Ursprung der Pflanze und damit auf seine Toleranz gegenüber trockeneren Hitzeperioden hin.

Südafrikanische Purpurdistel beispielsweise besticht durch zarte, helllilafarbene Blüten, die nicht nur dem
menschlichen Auge gefallen, sondern die auch Bienen und weitere Insekten zum Naschen einladen. Zudem ist sie mehrjährig.

Das Spanische Gänseblümchen (auch Mexikanisches Berufkraut) ist zwar eher kurzlebig, samt aber fleißig aus,sodass innerhalb kurzer Zeit ein regelrechter Blütenteppich heranwächst, der den Hobbygärtner mit jeder Flächenvermehrung ein bisschen mehr erfreut. Wer keinen Spaß am Spanischen Gänseblümchen hat, sind Schnecken. Mit ihnen hat diese Pflanze keine Probleme.

schnell wachsend, widerstandsfähig, insektenfreundlich, sehr winterhart

Eine Pflanze, die viele leider nur von ungeliebten Straßenbahn-Gleisbetten oder Industriebrachen kennen und sie dort übersehen, die aber durch ihren Abwechslungsreichtum eine ganze Parkanlage füllen könnte, ohne sie eintönig erscheinen zu lassen, ist die Schafgarbe (die übrigens zur Staude des Jahres 2021 gekürt wurde). Grönemeyer besang das Blütenfarbspektrum der vielen verschiedenen Sorten („es gibt Milliarden Farben – und jede ist ein eigenes Rot“). Es reicht vom Weiß der Gemeinen Schafgarbe (die wohl bekannteste Sorte) über zartrosa und pink zu gelb und sogar mehrfarbig. Zudem variieren die Wuchshöhen der Sorten von 10 bis 150 cm. Es gibt horstig wachsende Exemplare (diese bleiben in der Breite eher kompakt und bilden keine Ausläufer), es gibt aber auch (im positiven Sinne) ausufernde Arten.

Nicht unerwähnt soll auch eine Pflanze bleiben, die auf botanisch Helleborus foetidus heißt. Deutscher Name: Stinkende Nieswurz. Auf Fakten wird hier allerdings verzichtet, es geht wirklich nur um den geilen Namen. 

Um was ging’s jetzt also hier? Neue Zeiten und mit ihnen verbundene Veränderungen brauchen andere Denkweisen abseits von ausgetretenen Pfaden. Traut euch. Informiert euch. Lasst euch informieren. Eure Staudengärtnerei (und davon gibt es in und um Nürnberg mehr als genug) hilft euch dabei. Wenn ihr eine grobe Skizze dabeihabt, auf der zu erkennen ist, wie die Beete zum Sonnenlauf liegen, geht das noch besser. Und wenn ihr dann noch wisst oder herausfindet, ob es ein eher leichter, sandiger Boden oder ein schwerer, lehmiger ist, dann müsst ihr nur noch pflanzen. Oder pflanzen lassen.

Grüne Grüße!

Sebastian Plischke ist nicht nur Fachmann im Garten- und Land- schaftsbau, sondern künftig auch in ELMA.

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