Das perfekte Schneeoutfit

Dez 9, 2020 | LEBENSRAUM

Die Rodelpiste ruft

Dein Kind sieht aus wie ein Michelin-Männchen im Schnee? Dann gehörst du vielleicht zu jenen Eltern, die ihren Nachwuchs bei Minusgraden zu dick einpacken. Erwischt? Wir erklären, was zum perfekten Schnee-Outfit gehört und welche schönen Dinge beim Winterausflug nicht fehlen dürfen.

Text: Kerstin Smirr

 

Der Zwiebellook ist angesagt

Kinder lieben es, im Schnee zu toben. Atmungsaktive Kleidung ist für sie wichtig, damit der Schweiß abtransportiert wird und sie nicht auskühlen. Mehrere Lagen übereinander sorgen für eine gute Isolation. Als erste Schicht verwenden Kinder idealerweise Funktionsunterwäsche aus Synthetikfasern oder Wolle. Beide Materialien regulieren die Feuchtigkeit. „Darüber kommt entweder ein Schneeanzug, oder die Kinder tragen eine Fleecejacke, eine Hose und darüber ihre Regenbekleidung“, sagt Bastian Wurm-Trageiser, Inhaber der Outdoor-Läden „travel & trek“. 

Genügt der Schneeanzug vom Discounter oder soll es die teurere Variante vom Outdoor-Spezialisten sein? Unterschiede bestehen in Qualität und Ausstattung. Unter den günstigen Modellen finden sich solche, die nur wasserabweisend sind. Andere arbeiten mit einer Beschichtung, damit das Kleidungsstück wasserdicht wird. Mit der Zeit kann sich dieser Schutz aber abnutzen. Integrierte Membranen gelten als langlebiger und atmungsaktiver, sind meist aber auch teurer. Einen Hinweis darauf, wie wasserdicht ein Modell ist, gibt die sogenannte Wassersäule. „Ab einem Wert von 1.300 Millimetern gilt das Material als wasserdicht“, erklärt Jörg Schmitz, Leiter der Globetrotter-Filiale in Nürnberg. Produzenten von Outdoor-Bekleidung böten bei ihren markeneigenen Membranen meist eine Wassersäule von 10.000 Millimetern an. Nach einem längeren Aufenthalt in Matsch und Schnee dürfte der Nachwuchs trocken aus solch einem Anzug steigen. Außerdem sollte die Imprägnierung PFC-frei sein. Die Chemikalie gilt als umwelt- und gesundheitsschädlich.

Schneejacken vom Outdoor-Hersteller sind oft ein kleiner Luxus. Das 3-in-1-Modell „Snow Cup“ von Vaude, das in Rot und Grün erhältlich ist, kostet 180 Euro. Es lässt sich dank herausnehmbarer Innenjacke von Herbst bis Frühling tragen und im Schnee mit einer passenden Thermo-Latzhose kombinieren. Foto: Vaude

 

Besser Boots statt Gummistiefe

Mit dem richtigen Schuhwerk bleiben die Füße trocken und warm. Dazu zählen gefütterte Gummistiefel im Schnee nicht, meint Bastian Wurm-Trageiser: „Für kalte Herbsttage oder einen kurzen Spaziergang im Winter reichen sie aus. Bei einer längeren Wanderung schwitzen die Füße allerdings schnell.“ Außerdem schließt der Schaft oft nicht so eng ab wie bei weitenregulierbaren Schneestiefeln, die nicht nur gefüttert, sondern auch wasserfest und atmungsaktiv sein sollten. Manche Hersteller bieten Modelle mit einem herausnehmbaren Innenfutter an, das gewaschen werden kann. Selbst Barfußschuhe sind in der Wintervariante erhältlich. 

Mit ihrer flexiblen Sohle bieten Barfußstiefel von Affenzahn eine Alternative zu starren Winterboots. Das Modell „Toucan“ liegt bei 99,90 Euro. Foto: Affenzahn

 

Das richtige Gefährt zum Lossausen

Lieber ein Holzschlitten oder ein Bob aus Kunststoff? Das ist nicht nur eine Frage des Geschmacks. „Ein Holzschlitten mit seinen Kufen ist schwerer und für jüngere Kinder weniger empfehlenswert“, sagt Jörg Schmitz. Außer Mama oder Papa nehmen selbst mit Platz und ziehen den Nachwuchs nach der Rodelfahrt wieder den Berg hinauf. Mit montierter Rückenlehne haben Kleinkinder den nötigen Halt, wenn der Schlitten zum Transportmittel wird. In einem passenden Fußsack bleibt es ihnen mollig warm. Holzschlitten sind sehr stabil, langlebig und halten ein hohes Körpergewicht aus. Plastikschlitten eignen sich aufgrund ihres geringeren Gewichts besser für Kinder, die die Rodelpiste allein bezwingen. 

Der „BIG-Bobby-Bob Wild Spider“ kombiniert Metallkufen und Kunststoff. Empfohlen wird er für Kinder zwischen 4 und 10 Jahren. Preis: 61,99 Euro. Foto: Simba Dickie

 

Wir fahren weg und packen ein …

Ob Ersatzkleidung oder die Vesper für unterwegs: Für einen Tag an der frischen Winterluft sammelt sich einiges an Gepäck. Wie gut, wenn größere Kinder ihre Utensilien selbst tragen. In der Regel seien Outdoor-Kinderrucksäcke wasserabweisend und somit gut geeignet für einen Ausflug in den Schnee, erklärt Bastian Wurm-Trageiser. Manche Modelle verfügen zusätzlich über Regenhüllen, die mehr Schutz bieten. Wer mag, packt seinem Kind ein warmes Getränk ein. Für die Kleinen sind Thermosflaschen mit kindlichem Design erhältlich.

Rucksack „Waldfuchs 14“ von Deuter verfügt über ein Extrafach für nasse Kleidung, was ihn für Ausflüge in die Natur besonders geeignet macht. Preis: 49,95 Euro. Foto: Deuter

Tee bleibt in der Isolierflasche von Sigikid, in die 420 ml passen, schön warm. Preis: 27,99

 

 

 

 

Nichts geht ohne „Accessoires“

Im Schnee sorgen wasserdichte und atmungsaktive Handschuhe für trockene und warme Finger. Ein langer Schaft verhindert, dass Schnee eindringt. Fäustlinge lassen sich leichter anziehen als Fingerhandschuhe, erlauben aber nicht so viel Bewegungsfreiheit. Schlauchschals sind praktisch: Sie müssen nicht verknotet werden und bleiben nah am Hals. „Außerdem lassen sie sich als Mundschutz verwenden“, sagt Bastian Wurm-Trageiser. Er rät zu einer eher dünnen Mütze, damit die Kinder bei Bewegung nicht am Kopf schwitzen.

Die Wendemützen und -schals des Hersbrucker Bio-Kinderlabels loud+proud kommen mit süßen Tiermotiven daher. Preis: je 19,90 Euro. Foto: loud+proud

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