150 Jahre Maria Montessori

Okt 17, 2020 | ADVERTORIAL

SCHON SO ALT UND KEIN BISSCHEN ANGST VOR DER ZUKUNFT

Vor 150 Jahren wurde in Italien eine besondere Frau geboren, und mit ihr eine reformpädagogische Bildungsidee: Maria Montessori, kampfeslustig, aufgeklärt und ihrer Zeit weit voraus, erkämpfte sich Ende des 19. Jahrhunderts das Recht, als erste Frau Italiens zu studieren, und leistete nicht nur damit echte Pionierarbeit, sondern vor allem mit ihren Forschungen und Erkenntnissen, die weit über den eigentlichen Tellerrand der Ärztin hinausreichen – und bis heute wirken: Montessori-Schulen und -Kinderhäuser sind reformpädagogisch orientierte Einrichtungen mit einem klaren Praxisbezug und eindeutiger Ausrichtung auf die individuelle Entwicklung der Kinder und Jugendlichen.

Text: Ingrid Röschlau (Montessori Nordbayern)

Aus der Beobachtung sozial benachteiligter Kinder entwickelte die später entwicklungspsychologisch hochinteressierte Maria Montessori ihr „Bild vom Menschen und den Stufen des Heranwachsens“. Ausgangspunkt ist die Ambivalenz des Menschen: fähig zu großartiger kultureller, technischer oder künstlerischer Schöpfung gleichwohl wie zu Destruktion und Selbstvernichtung; ob Kleinkind oder Erwachsener – der Mensch ist in jedem Alter den starken Einflüssen der Welt ausgesetzt, lebt in vielfältiger Abhängigkeit und strebt dabei doch gleichzeitig nach Autonomie.

Aus diesem Wissen um die Ambivalen- zen ist es das Ziel der pädagogischen Arbeit bei Montessori, dass Kinder sich zu differenziert denkenden und respektvoll agierenden Erwachsenen entwickeln. Sie sollen selbstbestimmt leben und sich entfalten sowie ihren Alltag in allen Facetten bewältigen und in Frieden zusammenleben können. Dafür muss Raum und differenzierte

Begleitung gegeben werden. Denn für Kindheit und Jugend gelten andere Gesetzmäßigkeiten der Wahrnehmung und des Lernens als für Erwachsene: Nach Maria Montessori durchläuft der Mensch vier Entwicklungsperioden (0 –6Jahre,6–12Jahre,12–18Jahre, 18 – 24 Jahre), wobei jede Periode ihre eigenen Charakteristika hat und sich Bedürfnisse und die Art der Weltaneignung von Stufe zu Stufe deutlich unterscheiden.

 

WARUM DIE MONTESSORI-PÄDAGOGIK DIE UTOPIE LÄNGST ZUR GEGENWART GEMACHT HAT

Es gibt von den Mitgliedern des Montessori-Verbandes Nordbayern ein „Montessori- Versprechen“. Dessen Kurzfassung lautet: „Lernen Leben Zukunft“. Alles Lernen bei Montessori zielt auf eine lebenspraktisch untermauerte Kompetenzaneignung, die zu selbstständigem und verantwortungsbewusstem Handeln befähigt, statt reiner Selbstzweck und pure Wissensaneignung zu sein. Nachhaltiges, wirkungsvolles Lernen entsteht in Beziehungen und mit Bezügen, ist also ein Stück vom Leben, ist Bewegung und Veränderung.

Mit den so erworbenen Kompetenzen sind Kinder und Jugendliche in der Lage, eigene Ziele zu verfolgen und zu erreichen. Sie erhalten ein Fundament, um Wissenschaft, Technik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft verantwortungsvoll mitzugestalten. Damit können sie zuversichtlich in ihre Zukunft gehen. Darauf setzt Montessori-Pädagogik in jeder Altersstufe, für jedes einzelne Kind.Weil Lernen in der Zukunft viel mehr sein muss als digitale Wege und Distanzunterricht, hinterfragen die Montessori- Einrichtungen im Verband kritisch ihre

praktizierten Formen der Schulorganisation und der „vorbereiteten Umgebung“: Wo nützen digitale Instrumente und Medien der individuellen Entwicklung? Wie sieht das differenzierte Zusammenspiel digitalen, analogen und personalen Lernens aus? Welche Rolle spielt ein Unterrichtstag mit Ortsbindung, bestimmt vom Lehrenden? Oder funktioniert Lernen sogar besser, wenn Räume bereitstehen und Lernbegleitung abgerufen werden kann? Braucht Lernen einen festen Zeitrahmen, eine verordnete Dauerpräsenz? Das Thema heißt schlicht: Wie viel Freiheit und Freiraum kann pädagogisch begleitet werden? Austausch und Impulse, Feedback als Ermutigung oder Wegweiser, sowie Pausen und Abwechslung sind essenziell in der Montessori-Pädagogik und sollen für den Lernort Zukunft neu justiert werden. Denn eines ist von An- fang an klar: Lernen gelingt mit Zutrauen und Klarheit, mit der Bereitstellung vielfältiger Möglichkeiten und der Chance auf praktische Erfahrungen – vor allem aber mit selbstdefinierten Zielen und Schritten.

 

DIE GRUNDMAXIMEN IM PÄDAGOGISCHEN MONTESSORI-ALLTAG:

_ Konsequente Orientierung an der Entwicklung des Kindes und des jungen Menschen

_ Gelten-lassen der Unterschied- lichkeit von Entwicklungswegen und -zeiten

_ Zutrauen in die Entwicklungs- potenziale des Kindes und des jungen Menschen

_ Beobachten können und daraus Rückschlüsse ziehen für die pädagogische Begleitung

_ Raum und Material für die ler- nende Beschäftigung gestalten, Impulse und Optionen für die Weltaneignung setzen

_ Lernen als lustvollen Lebens- aspekt erfahren lassen

_ Kritische Selbstreflexion und Evaluation

ZUKUNFT DES LERNENS

In die „Zukunft des Lernens“ möchten der Verband Montessori Nordbayern e. V. und der Schweizer Roger Spindler vom „Zukunftsinstitut Frankfurt“ am 21. Oktober gemeinsam schauen und künftige Lernorte neu vermessen.

Mehr Infos unter

wir-sind-monte.de

 

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