Die Skimäuschen

Okt 28, 2019 | Schau ins Land

Die Skimäuschen kommen

Text Astrid Schmitt Fotos Deutscher Skilehrerverband e.V.

In Franken zu leben, hat viele schöne Vorzüge. Einer davon ist die hervor-ragende geografische Nähe zu zahlreichen attraktiven Skigebieten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Grund genug, bereits die ganz Kleinen auf Pulverschnee einzuschwören und den ersten Zwergerl-Skikurs in Angriff zu nehmen. Früh übt sich ja bekanntermaßen.

Rund 15 Millionen Deutsche fahren Ski oder Snowboard. Das macht uns nach den USA zur zweitgrößten Skination der Welt. Mit knapp 500 Skigebieten gibt es jede Menge Berge und Täler, die erobert werden wollen. Von Groß und auch von Klein. Denn die meisten Eltern stellen ihren Nachwuchs schon auf Skier, bevor dieser schwimmen oder Fahrradfahren kann.
Mut braucht es für die erste Skistunde eigentlich nicht. Viel wichtiger ist es, dass Kinder Spaß an der Bewegung und vor allem der frischen Luft und im Schnee haben. „Ich empfehle Eltern, als allererste Vorbereitung aufs Skifahren, möglichst viel draußen zu sein“, sagt Andrea Müller, staatlich geprüfte Skilehrerin und Koordinatorin von Schneesportschulen beim Deutschen Skilehrerverband. Als ehemalige Leiterin einer eigenen Skischule weiß sie, dass es oft schon daran hapert, dass die Kids heute lieber daheim vor Computer oder Fernseher abhängen, als draußen in der Natur zu spielen. „Koordinative Fähigkeiten kann man schon im Kinderturnen üben. Kinder sollten Spaß an der Bewegung haben, darauf kommt es an.“

MIT DEM ZAUBERTEPPICH AUF DIE PISTE
Skischulen bieten meist ein speziell eingezäuntes Kinderskigelände, das abgetrennt von den anderen Pisten liegt. Mit dem Zauberteppich oder dem Seillift geht es hoch auf die moderaten Hügel, die dann auf Skiern oder mit dem Snowboard wieder heruntergefahren werden. Einige Schulen arbeiten mit innovativen Konzepten, die weit über Skiunterricht hinausgehen: „kids on snow und dich schlau! mit Ski-Legende Felix Neureuther zum Beispiel. „Kinder sollen durch Bewegen und Experimen-tieren im Schnee das Skifahren lernen“, erklärt Andrea Müller. „Mit der Ergänzung durch Aufgaben aus dem Konzept Beweg dich schlau! mit Felix Neureuther werden koordinative Fähigkeiten vermittelt, die Bewegung und die geistige Leistung fördern.“ Die Gruppen sind klein und bestehen meist aus sechs bis acht Kindern, so dass auch alle gut im Blick behalten und individuell betreut werden können. Übrigens lernen die Zwergerl auch schneller und besser mit Gleichaltrigen als auf der Piste mit Mama und Papa. Denn die Profilehrer vor Ort wissen genau, wie sie Theorie und Praxis am besten vermitteln. „Nach vier bis fünf Tagen fahren Anfänger dann schon in Kurven selbstständig den Berg hinunter“, weiß Andrea Müller.

DER BESTE ZEITPUNKT…
… ist wie so oft von den individuellen motorischen und geistigen Fähigkeiten des Kindes abhängig. „Viele Skischulen bieten Kurse ab drei Jahren an. Aber“, ergänzt die erfahrene Skilehrerin „das kann schon einmal schwierig werden, wenn die Kinder sich noch nicht so recht von den Eltern lösen wollen oder ihnen schnell kalt wird. Auf jeden Fall sinnvoll ist es dann ab vier Jahren.“

EINE GUTE AUSRÜSTUNG MUSS NICHT TEUER SEIN
Verständlicherweise möchte man sich nicht bereits vor der ersten Skistunde für die nötige Ausrüstung in Unkosten stürzen. Wer weiß schon, ob Söhnchen oder Töchterchen nach dem Kurs jemals wieder Lust aufs Skifahren haben. „Die Ausrüstung kann man bei vielen Sportgeschäften mieten oder sogar leasen. Intersport hat hier gute Angebote, denn meist sind die Sachen nach einer Saison ohnehin zu klein“, rät Andrea Müller. „Wichtig ist, dass die Skischuhe ganz genau passen. Einen Skianzug haben viele vielleicht sogar schon vom Schlittenfahren daheim. Darunter empfehle ich Funktionskleidung mit einer Skiunterwäsche und Skirolli – das bekannte Zwiebelsystem also. Ein Helm, Handschuhe sowie eine Brille sind obligatorisch.“

RAUS MIT IHNEN
„Kinder fallen sehr geschickt und aus geringer Höhe“, beruhigt Skiprofi Müller besorgte Eltern. „Auf den Schulpisten sind sie gut und sicher aufgehoben. Aber Vorsicht: Nach einem Kurs sind die Kleinen nicht gleich bereit für schwierige Abfahrten mit anderen Wintersportlern, die sie unter Umständen sogar noch über den Haufen fahren. Wenn Kinder vom Gelände überfordert sind, geht das Können wieder zurück. Es sollte stets der Spaß und nie die Angst überwiegen“, mahnt Andrea Müller.

NACH NEUESTEN ERKENNTNISSEN LERNEN KINDER SNOWBOARD -FAHREN ÜBRIGENS GENAUSO SCHNELL WIE SKIFAHREN.

KURSKOSTEN
Zwergerl-Kurse fangen bei 75 Euro für einen zweitägigen Kurs an (vormittags vier und nachmittags drei Stunden). Darin ist der Liftpass bereits enthalten.

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